Neusiedler See und Seewinkel: Vögel beobachten
Flache Salzlacken, ein riesiger Schilfgürtel und offene Weiden: Im Seewinkel östlich des Neusiedler Sees sieht man auf wenigen Kilometern mehr Vogelarten als fast überall sonst in Österreich.

Vogelbeobachtung am Neusiedler See: das Gebiet
Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel wurde 1993 gegründet und umfasst auf österreichischer Seite rund 10.000 Hektar. Er setzt sich in Ungarn als Nationalpark Fertő-Hanság fort. Ungefähr 43 Prozent der Fläche sind Schilf, 30 Prozent Wiesen und Weiden, 27 Prozent See und Lacken. Seit 1982 ist das Gebiet Ramsar-Feuchtgebiet, seit 2001 UNESCO-Welterbe.
Typisch für den Seewinkel sind die Lacken: flache, salzhaltige Gewässer, die im Sommer teils austrocknen. Ihr Schlamm ist reich an Kleintieren – ideal für Säbelschnäbler, Seeregenpfeifer und andere Limikolen.
Welche Vögel man im Seewinkel sieht
- Frühjahr (März bis Mai): Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Kiebitze, Löffler und Reiher; die Balz der Großtrappen bei Tadten.
- Sommer: Bienenfresser, Purpurreiher im Schilf; ab Ende Juli rasten die ersten Watvögel auf dem Wegzug.
- Herbst: Ende Oktober, Anfang November ziehen Kraniche in Trupps von mehreren Hundert durch.
- Spätherbst und Winter: ab Ende November große Schwärme von Grau- und Blässgänsen an der Langen Lacke, mit etwas Glück Rothals- oder Zwerggänse dazwischen; Seeadler.
Beobachtungspunkte und Anreise
Startpunkt ist das Nationalparkzentrum in Illmitz (Hauswiese) mit Ausstellung und Treffpunkt für Exkursionen. Rund um die Lange Lacke und entlang der Lacken bei Illmitz und Apetlon gibt es Beobachtungsplätze am Wegrand. Von Mai bis September bietet der Nationalpark auch Fahrten mit einem Solarboot an. Anreise mit der Bahn bis Neusiedl am See, weiter mit dem Bus; vor Ort ist das Fahrrad das beste Verkehrsmittel.
Öffnungszeiten, Exkursionstermine und Fahrpläne ändern sich – bitte vor dem Besuch prüfen: nationalparkneusiedlersee.at.
Regeln im Nationalpark
Viele Lacken liegen in Bewahrungszonen, die man nur auf ausgewiesenen Wegen betreten darf. Bleiben Sie hinter den Absperrungen, auch wenn ein Vogel näher am Zaun steht – gerade Gänse und Watvögel fliegen bei Störung auf und verlieren Energie, die sie für den Zug brauchen. Mehr zu den Regeln in Österreich und Deutschland.
Quellen: Nationalparks Austria, Ramsar-Informationsblatt 271, Burgenland Tourismus · Stand Oktober 2026