Unterer Inn: Vogelparadies an der Grenze
Zwischen Bayern und Oberösterreich hat der aufgestaute Inn Inseln, Flachwasser und Auwald entstehen lassen. Das Europareservat Unterer Inn ist ein Vogelgebiet, das man von beiden Ufern aus erleben kann.

Europareservat Unterer Inn: Vögel an der Grenze
Das Schutzgebiet zieht sich rund 55 Flusskilometer von der Salzachmündung bei Haiming bis zur Rottmündung bei Neuhaus und Schärding. Je nach Quelle umfasst es 5.000 bis 5.500 Hektar. Die Staustufen haben den Fluss verlangsamt; Sand und Schlick lagerten sich ab, und es entstanden Inseln, Verlandungszonen und Auwälder.
Das Gebiet ist auf beiden Seiten als Ramsar-Feuchtgebiet ausgewiesen: in Deutschland seit 1976 („Unterer Inn, Haiming–Neuhaus“), in Österreich seit 1982 („Stauseen am Unteren Inn“). Hinzu kommt die Auszeichnung als Europareservat.
Welche Vögel man am Unteren Inn sieht
Rund 300 Vogelarten wurden hier nachgewiesen. Seit 2008 brütet der Seeadler wieder am Inn. Nachtreiher, Löffler und Silberreiher stehen in den Flachwasserzonen, auf den Inseln brütet eine große Lachmöwenkolonie. Auf dem Zug im Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (August bis November) rasten Limikolen und Enten, im Winter Tausende Wasservögel.
Beobachten von beiden Ufern
Bayern: Das Naturium am Inn in Ering ist das Infozentrum auf deutscher Seite, mit Ausstellung und Blick auf den Stausee.
Oberösterreich: In Schloss Frauenstein (Gemeinde Mining) gibt es eine Ausstellung mit Blick auf die Stauseeinseln; die Reichersberger Au hat einen Auwald-Rundweg. Der Beobachtungsturm Eglsee bietet Sicht auf die Flachwasserzonen.
Die Staudämme mit ihren Wegen verbinden beide Ufer – eine Runde über zwei Länder ist zu Fuß oder mit dem Rad gut machbar.
Laut Tourismusseite ist das Naturium von April bis September täglich 9–17 Uhr und von Oktober bis März 10–16 Uhr geöffnet – bitte vor dem Besuch prüfen.
Quellen: Oberösterreich Tourismus, Ramsar-Informationsblätter 96 und 274 · Stand Oktober 2026